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Wert ist eine subjektive Kategorie. Es gibt zwar objektive Preise, aber keine objektiven Werte. Der Wert von Kunst liegt im Auge des jeweiligen Betrachters und weil eben jedes Auge verschieden ist, hat ein und dasselbe Kunstwerk für jeden Menschen einen anderen Wert, je nach seinem kulturellen Hintergrund, seinen Erfahrungen, seiner Vermögenslage etc. und diese subjektive Wertschätzung kann sich rasch ändern.
Je wohlhabender oder kulturvoller ein Mensch oder eine ganze Epoche ist, umso höher ist auch die Wertschätzung für Schönheit und Kunst. In wohlhabenden Gesellschaften gibt es daher auch immer einen regen Kunstmarkt, einfach weil viele Menschen ähnliche subjektive Wertschätzungen für Kunst empfinden und bereit sind, auch hohe Preise dafür zu bezahlen. Die Menschen wollen dann nicht ängstlich Geld oder Goldbarren in dunklen Tresoren verstecken, sondern sich am Leben, an Schönheit und Kunst erfreuen. Das ändert sich allerdings rasch, wenn Gesellschaften in Not geraten oder in Barbarei zurückfallen. Dann wird der Käuferkreis für Kunst plötzlich sehr klein und Kunst wird hochgradig illiquide.